| Das Schwert (von swert) ist eine Hieb- und Stichwaffe mit gerader zweischneidiger Klinge, Griff und je nach Epoche Parierstange und Knauf. |
|
Das Konstruktionsprinzip hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum gewandelt:
- Der Knauf dient als Abschluss des Schwertes; er hält Griff und Klinge zusammen und besteht meistens aus Stahl oder Messing. Die Klinge wird mit dem Knauf verlötet, verschmiedet oder vernietet. Die Klinge geht durch den Knauf oder endet an dessen Ende. Zudem bildet der Knauf ein Gegengewicht zur Klinge, welches den Schwerpunkt verlagert und dadurch die Schwertführung vereinfacht.
- Das Heft sollte gut greifbar sein und sich gut führen lassen. Es besteht aus einem Heftholz, welches um die Angel gelegt wird, und einer Wicklung oder einem Geflecht aus Leder oder Stoff. Auch Metalldrähte wurden für Wicklungen verwendet.
- Die Parierstange soll Schläge des Gegners abfangen. Messing ist leichter zu schmieden, aber auch weitaus weniger haltbar; es wurde bei hochqualitativen Stücken im Bereich der Parierstange nicht verwendet.
Die Klinge besteht aus geschmiedetem Stahl.
- Die Schwertscheide soll die Klinge schützen; sie besteht aus Holz und/oder Leder. Die Schwertscheide hat meistens diverse Tragebügel oder Schlaufen, um sie zu befestigen. Zudem schließen oft Metallhülsen, genannt Ortband, die Schwertscheide unten ab und schützen so die Ecken.
- Das Scheidenmundblech soll das Leder vor der Schneide des Schwertes schützen und das Eingleiten der Klinge erleichtern.
- Lötstellen am Knauf sind nichts Ungewöhnliches; die Klinge soll besonders gut im Knauf gehalten werden.
Das Griffholz soll die Klinge vor Nässe schützen und die Griffwicklung halten. Es besteht aus einem Hartholz.
Ein Holzzylinder wird dabei durchbohrt und auf die Angel gesteckt. Manchmal wird das Griffholz auch halbiert; die Hälften werden dann entweder durch die Wicklung selbst oder durch Vernietung gehalten.
- Die Heftwicklung sorgt für die Handlichkeit und für den Komfort beim Führen der Klinge; sie besteht aus Leder, Stoff oder Metall.
- Lötstellen an der Parierstange sind selten. Das Verlöten an der Parierstange ist möglich, aber nicht empfohlen, da die Schwingungen nicht abgefedert werden können. Daraus resultieren möglicherweise Klingenbrüche am Anfang der Parierstange.
- Die Angel bildet den Teil der Klinge, der durch die Parierstange und den Griff in den Knauf führt. Sie ist der dünnste Teil der Klinge und wird mit dem Knauf befestigt.
- Der Mittelgrat einer Klinge muss nicht immer vorhanden sein; z. B. hat eine Klinge mit sechseckigem Profil keinen Mittelgrat.
- Die Fehlschärfe ist der Bereich, der nicht geschliffen wurde. Sie befindet sich oft am Anfang der Klinge kurz vor der Parierstange. In diesem Bereich ist es eigentlich nicht sinnvoll, die Klinge zu schärfen, da dieser Bereich ohnehin nicht zum Angreifen genutzt wird und auch die Stabilität insbesondere bei Paraden in diesem Bereich besonders wichtig ist.
Bei großen, zweihändigen Schwertern kann die Fehlschärfe einen großen Bereich der Klinge einnehmen und wird dann bei verschiedenen Kampfmanövern zeitweise mit der zweiten Hand gegriffen.
Bei einigen historischen Zweihändern der späten Renaissance wird dieser Bereich daher durch eine zweite Parierstange, den sogenannten Parierhaken, geschützt. Dieser ist im Gegensatz zur Parierstange immer ein ausgeschmiedeter Teil der Klinge.
- Die Hohlkehle, fälschlicherweise auch Blutrinne genannt, erscheint ab dem Mittelalter (antike Schwerter haben sie nicht) und dient der Gewichtsreduzierung und Stabilisierung der Klinge, ist aber keine Abflussrille für das Blut des Gegners.
Die Hohlkehle wird beidseitig eingeschmiedet und durchbricht die Klinge in der Regel nicht. Lediglich bei Zierwaffen konnte es vorkommen, dass der Schmied kunstvolle Durchbrüche gestaltete. Oft wurden auch Sprüche oder Namen in die Hohlkehle gearbeitet.
- Die Schneide ist der scharf geschliffene Teil der Klinge und bestand oft aus in die Klinge eingearbeiteten „Schneideleisten“ aus besonders hartem und schneidhaltigem Stahl. Die Schärfe der Klinge nahm zur Spitze hin zu.
Der Ort ist die Klingenspitze und stellt den „gefährlichsten“ Teil der Waffe dar.
|
|
|
Die Schwerttypen:
- Ein Kurzschwert ist ein einhändig geführtes Schwert mit kurzer Klinge zwischen 40 und 80 cm Gesamtlänge. Im Kampf auf freiem Feld ist das Kurzschwert hinsichtlich der Reichweite unterlegen, d.h. der Kämpfer muss den Abstand zu seinem Gegner verringern. Dafür ist er unter Umständen wendiger. Da die Klinge weniger Gewicht hat, hat ein Schlag eine geringere Wucht als bei einem längeren Schwert. Das Schwert wurde mit der rasant fortschreitenden Waffenentwicklung aus den Kriegsschauplätzen verbannt.
- Der Anderthalbhänder (auch Bastardschwert genannt) ist ein Typ des spätmittelalterlichen europäischen Langschwerts. Die historisch korrekte Bezeichnung ist „das lange Schwert“.
Anderthalbhänder sind eine Weiterentwicklung des bis dahin üblichen Einhandschwertes, welche durch die veränderte Kriegsführung ausgelöst wurde. Die Schwerter haben eine Klingenlänge bis zu 100 cm und zeichnen sich durch einen bis zu 30cm langen Griff aus. Dadurch wurde es möglich, mit der zweiten Hand unterstützend den Knauf, den verlängerten Griff oder die Klinge zu packen.
- Als Langschwert wurden im historischen Sprachgebrauch verschiedene Formen desjenigen Schwertes bezeichnet, das jeweils länger als das bis zum jeweiligen geschichtlichen Zeitpunkt übliche Schwert war.
Zunächst wird das in Spätantike und Frühmittelalter von den Kelten erfundene und in römischen und germanischen Gebrauch übernommene und von den Germanen weiterentwickelte zweischneidige Spatha als Langschwert bezeichnet, da es länger als der Gladius oder das Sax war und eine Länge von etwa 75–110 cm aufweist.
Nachdem sich das einhändige Schwert vom Typ Spatha in Europa etabliert hatte, wurde es gemeinhin nur noch als Schwert bezeichnet, obwohl es sich um ein Langschwert handelt.
Die Klinge ist zweischneidig und nach der Völkerwanderungszeit zur Gewichtsreduzierung mit mehreren später einer breiten Hohlkehle (oft fälschlicherweise als Blutrinne bezeichnet) versehen.
Im Laufe des Mittelalters veränderte sich das Design des Spatha wie Verjüngung und Balance, um es stichlastiger zu gestalten.
Dabei handelte es sich nach wie vor um Einhandschwerter, die gegen Schild und Kettenpanzer eingesetzt wurden. Die Klinge wurde meist zweischneidig geschliffen. Später entstanden aber auch, zur besseren Stoßfestigkeit, Schwerter mit einem Mittelgrat.
Im Zuge der Entstehung der Plattenrüstung wurde der Schild überflüssig. So fand die linke Hand ihren Platz am Schwertgriff, der inzwischen bis zu 30 cm lang war. Durch diese zweihändige Führung und aufgrund des relativ geringen Gewichtes von ca. 1300 bis maximal 1600 g wurden komplexe Fechttechniken bei gleichzeitiger hoher Aufschlagskraft möglich.
Den Stil, das Schwert mit beiden Händen gegen ungerüstete Gegner zu führen, nannte man im 15. Jahrhundert Das Lange Schwert (siehe Codex 44 A8, Peter von Danzig, 1452). Im Gegensatz dazu wurde der Stil, das Schwert halbschwert mit der Linken in der Mitte der Klinge zu greifen, Das Kurze Schwert genannt. Damit konnte man auch gegen Gegner im Harnisch vorgehen (Ansetzen).
|
|
|
DUSSACK:
- Der Dussack, Dussägge oder Tisacke (vom Tsechischen tesák, Hirschfänger) ist eine einhändig geführte Hieb- und Stichwaffe mit gekrümmter Schneide. Er entstand vermutlich spätestens im 16. Jahrhundert.
Die Konstruktion war sehr einfach. Die Metallklinge wurde nach unten verlängert und die Verlängerung nach oben umgebogen, so dass ein Griff mit einem einfachen Handschutz geformt wurde.
So sparte man sich das handwerklich komplexe Zusammenfügen von Einzelteilen verschiedener Materialien. Zur Erhöhung der Griffigkeit wurde die Grifffläche oft mit Stoff oder Riemen umwickelt.
Der Dussack wurde sehr populär, Menschen der verschiedensten Volksschichten übten sich im Gebrauch. Beim Üben wurden allerdings meist Dussacke aus Holz verwendet.
 

|
|
|
|