Home
Treffen: Im Herbst | 18:00 bei Bokan Besucher: 115013 | Online: 3
Die Axt
In moderner Zeit werden Äxte aus Stahl geschmiedet. Anders als bei der Steinaxt ist bei der Metallaxt der Körper meist mit einem Loch versehen, um eine feste Verbindung mit dem Stiel zu gewährleisten.

  • In einem Runen-Schriftzug von Maes Howe auf den Orkney behauptet der Urheber der Zeilen, der erfahrenste Runenschreiber des westlichen Ozeans zu sein und jene Axt benutzt zu haben, die einst Gaukr Trandilsson aus Island gehörte.

  • H. Pilsson, der sich um die Übersetzung der Orkneyinga saga verdient machte, rekonstruierte, wer dieser Schreiber war. Seine Vorfahren hatten 200 Jahre zuvor den Besitzer der Axt erschlagen und sie von Generation zu Generation vererbt, bis sie in die Hände von Thörhallr Asgrimsson, dem Schreiber gelangte. Äxte waren also keinesfalls nur Gebrauchsgut sondern auch Statussymbol, mit dem unter anderem Runen geritzt wurden.

  • Eine Streitaxt ist eine als Waffe verwendbare Axt. Äxte gehören neben Pfeil und Bogen zu den ältesten Waffen der Menschheit. Die Streitaxt gab es als Reiterwaffe oder Fußsoldatenwaffe.

    Je nach Kultur hat sie verschiedene Längen, Klingenbreiten, Klingenformen (halbmondförmig, keilförmig, Doppel- und Einfachklinge, verschieden lange Bärte) und Stiellängen.Streitäxte gab es aus Stein, Obsidian (Südamerika), Bronze, Eisen und Stahl. Streitäxte sind in der Regel leichter als vergleichbar große Werkzeugäxte, um im Kampf den Träger nicht so schnell zu ermüden.

    Teilweise weisen sie Aussparungen in den Axtblättern zur Gewichtsersparnis auf. Bekannteste außereuropäische Streitaxt ist der Tomahawk, den es mit Steinklinge oder Eisenklinge gibt.

  • In Indien ist die Tabar Zin bekannt. Dies war eine ganz aus Stahl gefertigte Streitaxt. Sie hatte gewöhnlicherweise eine halbmondförmige Klinge. In Nord- und Osteuropa waren Streitäxte um die Zeit 2200 v. Chr. stark verbreitet (siehe Streitaxtleute, Kurganleute).

    Bei den Kelten, den Germanen und anderen Völkern der Antike wurden Streitäxte vor allem von Kriegern, die sich kein Schwert leisten konnten, eingesetzt, waren aber zugleich häufig Statussymbole von Anführern.

  • Die Franken des Frühmittelalters benutzten die Franziska, eine große Wurfaxt. Im Hochmittelalter verwendeten manche Fußsoldaten (mit beiden Händen) übergroße, enorm effektive Streitäxte.

    Diese wurden im Laufe der Zeit noch monströser, erhielten eine Spitze und hatten sich im Spätmittelalter zur Hellebarde entwickelt. Die Reiterei hingegen verwendete viel kleinere Streitäxte.

  • Im Osten Europas wurde die Streitaxt teilweise bis tief in die Neuzeit eingesetzt. Im Lauf des europäischen Mittelalters schien die Zeit der Streitäxte zunächst vorbei zu sein.

    Die Schmiede konnten seit der Entwicklung des Damaszener Stahls immer bessere Schwerter herstellen. Die Streitaxt geriet bei den Rittern aus der Mode, was nicht zuletzt am hohen Preis eines guten Schwertes lag: es war exklusiver, dem wohlhabenden Adel vorbehalten, während eine Axt einem profanen Werkzeug eines Bauern ähnelte.

    Mit der Weiterentwicklung der Ritterrüstungen bis hin zum Plattenpanzer wuchs jedoch die Beliebtheit von vergleichsweise einfachen Hieb- und Wuchtwaffen wie Streithammer, Morgenstern, Streitflegel und der Streitaxt, da diesen wuchtigen Waffen auch ein massiver Panzer keinen wirksamen Schutz entgegensetzen konnte.

    Eine Streitaxt hat im Unterschied zu einem Schwert den Schwerpunkt im Bereich des Axtkopfes.

    Dadurch sind die Schläge einer Axt wuchtiger als Schwerthiebe. Eine Axt richtet sowohl durch die Schärfe der Klinge als auch die aus dem Gewicht des Axtkopfes resultierende kinetische Energie massiven Schaden an.

    Eine Axt eignet sich hingegen nicht zum Fechten, da die Richtung während des Schlages kaum noch zu korrigieren ist.

  • Die Axt eignet sich zudem kaum zum Parieren, ein Axtkämpfer muss entsprechend den Hieben des Gegners entweder ausweichen oder einen Schild verwenden.

    Die größte Schwierigkeit bei der Verwendung von Streitäxten ist dieselbe wie auch bei allen anderen schweren Hiebwaffen: das hohe Gewicht, das für den Schaden maßgeblich verantwortlich ist, führt zu einer schnelleren Ermüdung des Kämpfers.

    Vorteile einer Streitaxt im Vergleich zu einem Schwert sind: höhere Robustheit, niedrigere Kosten, höhere Durchschlagskraft bei Rüstungen.

  • Die Labrys (aus dem lydischen, griech. pelekys, sagaris griechisch, lat. bipennis) oder Doppelaxt ist eine zweischneidige Axt, die etwa seit der mittleren Bronzezeit als Kultgegenstand Verwendung findet. Sie wurde sowohl in der griechischen Mythologie, im minoischen Kreta, bei den Thrakern und der karischen Kultur verwendet, war aber auch in anderen Religionen wie der afrikanischen Religion der Yoruba in Gebrauch.

    Funde ähnlicher Doppeläxte wurden im britischen Stonehenge gemacht. Auch die mesopotamische Göttin Inanna/Ischtar hat eine Doppelaxt als Attribut, sie taucht ebenfalls als Symbol in der Religion der Yoruba auf. Die Doppelaxt, beziehungsweise ein ähnlich geformter Hammer, wird teilweise auch in der griechischen und nordischen Mythologie als „Donnerwaffe“ verstanden, ein Beispiel hierfür ist der nordische Gott Thor der mit seinem Doppelhammer „Mjollnir“ Blitz und Donner erzeugen kann oder der griechischen Gott Zeus dessen Doppelaxt „Keravnos“ Sturm erzeugt.

    In der Heraldik und auf Münzen wird die Doppelaxt im Lauf der Jahrhunderte immer wieder verwendet, besonders bekannt sind die Münzen Kleinasiens und des römischen Reiches, auf denen häufig eine Amazone, bei der es sich vermutlich um Smyrna, die Gründerin der gleichnamigen Stadt, mit der Labrys dargestellt wurde.

Teilen

zurück
nach oben
 



Alle Abbildungen sind dem Fechtbuche des
Hans Talhoffer (ca. 1420 - ca. 1490) entnommen und bearbeitet.


Download FirefoxFirefox | © 2009 - 2013 | Inhalt: Peter Werner | Design: Siegfried Eiter | Sitemap | Statistik | Check google pagerank for mementomori-graz.info